Microneedling klingt nach einem kleinen Eingriff, und in gewisser Weise ist es das auch. Nadeln von 0,5 bis 1,5 Millimetern durchstoßen die Hornschicht und setzen einen Heilungsreiz. Der ist gewollt. Was danach passiert, hängt aber weniger von der Sitzung ab als vom Verhalten in den zwei Tagen danach. Bei uns in München kommt am häufigsten die Frage: Kann ich morgen schwimmen gehen? Die kurze Antwort lautet: besser nicht.
In den ersten 24 Stunden bleibt die Haut offen und empfänglich. Sauna, Solarium und Chlorwasser lassen wir weg, weil Hitze die kleinen Kanäle zusätzlich öffnet. Auch Sport, bei dem man stark schwitzt, wartet besser einen Tag. Wer sich morgens mit kaltem Wasser abspült und danach eine beruhigende Creme aufträgt, hat an Tag zwei meist nur noch eine leichte Rötung. An Make-up denken die wenigsten, aber Foundation setzt sich gern in die feinen Punkte und reizt. Wir raten zu zwei Tagen Pause.
Sonne ist der zweite Punkt, an dem viele das Ergebnis wegwerfen. Frisch behandelte Haut bildet vermehrt Pigmente, wenn UV-Strahlung dazukommt. Deshalb zwei Wochen lang mindestens Lichtschutzfaktor 30, auch bei Bewölkung und auch auf kurzen Wegen. Wir hatten Kundinnen, die eine ganze Behandlung mit einem Mittag im Biergarten zunichtegemacht haben, ohne dass sie es zunächst gemerkt hätten. Nach zehn Tagen zeigt sich dann eine ungleichmäßige Stelle, die nichts mit der Nadel zu tun hat.
Zum Abschluss bekommst du bei uns eine kurze Liste im Umschlag. Keine langen Beipackzettel, sondern drei Zeilen zu Pflege, Sonne und Sport. Wenn nach drei Tagen noch Schwellungen oder ein Druckgefühl bestehen, ruf im Salon an. Das passiert selten, aber es ist besser, wir schauen einmal drauf, als dass du zwei Wochen wartest.
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